Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol
Nach Schätzungen von Experten konsumieren in Deutschland etwas 10 Millionen Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.
Rund 1, 6 Millionen Männer und Frauen sind alkoholabhängig und dringend behandlungsbedürftig. Die Grenzen zwischen schädlichen Konsummustern und ausgeprägter Alkohol-
abhängigkeit sind dabei häufig fließend. In Deutschland besteht ein gut ausgebautes Hilfesystem und über
60 % der Behandlungen werden erfolgreich abgeschlossen. Da das Erscheinungsbild von Alkoholmissbrauch
und Abhängigkeit sowie die psychischen, sozialen und materiellen Folgen äußerst vielfältig sein können, haben sich in den letzten Jahren immer differenziertere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt.
Wesentlich für eine erfolgreiche Behandlung sind neben einer hinreichenden Motivation und der Bereitschaft zur Verhaltens-
änderung die langfristige bewusste Auseinandersetzung mit der
individuellen Alkoholproblematik.
Modellhafter therapeutischer Behandlungsverlauf
bei Abhängigkeitserkrankungen
In der Kontakt- und Motivationsphase werden Art und Ausprägung der Abhängigkeitsentwicklung abgeklärt,
die Veränderungsbereitschaft gefördert und weitere mögliche Behandlungsschritte eingeleitet. Bei ausgeprägter körperlicher Abhängigkeit ist
in der Regel eine Entgiftungsphase notwendig, die zumeist
stationär im Allgemein- oder Psychiatrischen-Krankenhaus für ca. 1 Woche durchgeführt wird.
Die Entwöhnungsphase schließt sich der Entgiftungsphase an
und dauert stationär zwischen 8 und 16 Wochen und ambulant etwa ein
Jahr. Die stationäre Behandlung wird in
spezialisierten Suchtfachkliniken durchgeführt, die ambulante Behandlung zumeist
in suchttherapeutischen Fachambulanzen. Die Nachsorgephase folgt
der Entwöhnungsbehandlung und soll den bisherigen
Behandlungserfolg absichern.
Insbesondere nach stationärer Behandlung kann zur Vermeidung von Rückfällen
und zur dauerhafte Integration der alkoholabstinenten Lebensführung eine psychotherapeutische
Weiterbehandlung sinnvoll sein.
Angebote
Abklärung von Art und Ausprägung
von Suchtmittelmissbrauch und Abhängigkeitsentwicklung
Unterstützung in der Entwicklung der Veränderungsbereitschaft und
Haltungsänderung (Suchtmittelabstinenz)
Vermittlung weiterer Behandlungsmaßnahmen
Ambulante
Entwöhnungsbehandlung
Psychotherapeutische Behandlung nach erfolgter Entwöhnungsbehandlung bzw. stabiler Abstinenz
Beratung von Angehörigen
Weitere Informationen:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung